Grundl und Schönberger zum AKW-Reservebetrieb

Zum gestern in Berlin vorgestellten Konzept zur Umsetzung der AKW-Einsatzreserve erklärt Erhard Grundl, MdB:
"Durch die Unzuverlässigkeit französischer Atomkraftwerke, die nach Annahme der französischen Regierung nicht die angegebenen 50 GW Leistung bringen werden, sondern nur 45 bis 40 GW, kommen wir jetzt in eine Situation, in der wir Vorbereitungen für einen Reservebetrieb von Isar 2 und Neckarwestheim zur Netzstabilisierung in Süddeutschland treffen müssen. Das ist insbesondere notwendig, weil nicht genügend Strom aus dem Norden in den Süden Deutschlands gebracht werden kann, da der entsprechende Leitungsausbau durch die CSU in Bayern über Jahre verhindert wurde, ebenso wie der Ausbau der Windenergie. Wer jetzt das Wort für einen Wiedereinstieg in die Atomkraft redet, der handelt grobfahrlässig. Denn die Atomenergie bleibt was sie ist: gefährlich, teuer und - wie man in Frankreich sieht - unzuverlässig. Es sind die jahrelangen Versäumnisse gerade der CSU, die uns in die Energieabhängigkeit von Russland getrieben haben und die diese Übergangslösung jetzt nötig machen. Beim Ausstieg aus der Atomenergie bleibt es! Denn sie ist keine Zukunftstechnologie."
Das BMWK trifft jetzt alle nötigen Vorbereitungen für eine mögliche Einsatzreserve. Erst letzte Woche wurde von PreussenElektra bekannt gegeben, dass das AKW Isar 2 reparaturbedürftig sei. Nun wird die notwendige Revision der Druckhaltervorsteuerventile im Oktober durchgeführt werden.

Marlene Schönberger, MdB dazu:
"Es ist bitter, dass uns die politischen Fehleinschätzungen Frankreichs sowie der Union jetzt einholen und dieser Schritt notwendig wird. Atomkraft bleibt eine Hochrisikotechnologie und auch die Frage des gefährlichen Atommülls ist ungelöst. Dennoch muss eine sichere Energieversorgung der Menschen in Deutschland, aber auch Europa jetzt im Vordergrund stehen. Mit der endgültigen Einschätzung, ob Isar 2 bis März 2023 betrieben werden muss, rechnen wir Anfang Dezember."
Die Einschätzung und die Entscheidung der Bundesregierung folgt einem Monitoring, das überprüft, wie viele Atomkraftwerke in Frankreich zur Verfügung stehen, wie die Pegelstände in den Flüssen sind, die zur Kühlung der Kohlekraftwerke und zum Transport von Kohle benötigt werden, und mit welchen Lasten durch den Einsatz von Heizlüftern zu rechnen ist.
"Dass wir überhaupt in diese Situation kommen, liegt maßgeblich an der Energiepolitik der CSU in Bayern und der Tatsache, dass Atomkraftwerke grundsätzlich nicht zuverlässig sind, wie man gerade in Frankreich beobachten muss. Anstatt weiter vom AKW-Neubau zu träumen, sollte die CSU aufwachen, das verursachte Desaster reflektieren und auf beschleunigten Netzausbau und Erneuerbare setzen", so Schönberger abschließend.

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