Landshut 2008: Zwei Pappkameraden zum Schnäppchenpreis

Aschermittwoch
Deftige Kost servierte die grüne Politprominenz beim diesjährigen Politischen Aschermittwoch den gut 300 Gästen im Bernlochner Saal. Nicht zu knapp fielen die verbalen Attacken gegen Beckstein, Huber & Co aus.
Zwei überforderte Nachlassverwalter, die sich als Tandem am Ende ihrer Karriere noch mal abstrampelten, habe Bayern nicht verdient, spottete die Vorsitzende der bayerischen Landtagsfraktion, Margarete Bause, und witzelte darüber, dass die CSU Huber und Beckstein auch als mannshohe Pappkameraden zum Verkauf anbiete.
Neben dem traditionellen verbalen Schlagabtausch waren Klimaschutz und Bildung die zentralen Themen.

Fahnen
Trüb war nur das Wetter in Landshut. Im Saal herrschte gute Laune bei den rund 300 Besuchern des politischen Aschermittwochs der bayerischen Grünen in Landshut.

Vorbereitungen
Um 9 Uhr liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Gambke
Im vollbesetzten Bernlochner Saal eröffnete Dr.Thomas Gambke den Aschermittwoch 2008 im Namen der Landshuter Grünen. In Passau sei heuer nichts los, so Gambke, Stoiber sei zwar da, aber er spreche nicht und von den anderen beiden sei nichts zu erwarten. Stattdessen: Knackiges, frisches Grün in Landshut!

Gerti und Erich Mayer
Landshut bewegen - mit dem Wahlsong der Landshuter Grünen heizten Gerti und Erich Mayer den Zuschauern im Saal kräftig ein, bevor es an die politischen Reden ging.

Steinberger
Anschließend nahm sich die niederbayerische Bezirksvorsitzende Rosi Steinberger die verfehlte Verkehrspolitik der Schwarzen vor: Grotesk sei es, unter dem Deckmantel „B 15 neu“ eine Autobahn als Ortsumgehung zu bauen. Das, so Steinberger, sei eine Verkehrspolitik, die geradewegs in die Sackgasse führe: „Aber diese Sackgasse bauen wir wenigstens vierspurig aus!“

Hallitzky
„Unsere Chancen stehen so gut wie nie! Die CSU hat abgewirtschaftet und Niederbayern wird immer grüner!“, so der niederbayerische Landtagsabgeordnete Eike Hallitzky.
Er nahm sich auf dem politischen Aschermittwoch Edmund Stoiber zur Brust, dem man nun ein höchst luxuriöses Austragsstüberl einrichte. „Damit die EU den heiligen Stoiber überhaupt nimmt, muss Bayern das Personal dazu stellen“, attackierte Hallitzky.

Daxenberger
„Wir brauchen keine schwarze Null auf dem Bürgermeistersessel, sondern eine schwarze Null in den kommunalen Bilanzen!“
Landesvorsitzender Sepp Daxenberger setzt auf starke Kommunen. Der Waginger Bürgermeister forderte aktiven Klimaschutz und mehr demokratisches Mitspracherecht in den Kommunen.
Sepp Daxenberger forderte die Grünen im Saal auf, sich gegen die zunehmende Ausweisung von Gewerbegebieten auf der grünen Wiese zu wehren. "Die CSU betoniert Bayern zu. Und was man liebt, betoniert man nicht!", so Daxenberger.

Couplet AG
Ein verdörrtes Pflänzchen entdeckte die Couplet AG dennoch im zubetonierten Bayern. Die bayerische SPD. Unter Beifall und Gelächter nahmen sie die Randerscheinung auf die Schippe.

Magerl Sandmeyer
MdL Christian Magerl und Günther Sandmeyer von den Landkreis-Grünen amüsierten sich darüber köstlich.

Bause
Absolute Inkompetenz im Klimaschutz warf die Vorsitzende der bayerischen Landtagsfraktion, Margarete Bause der bayerischen Staatsregierung vor. Die CSU habe es zwar ziemlich gut drauf, „grüne Rhetorik“ aufzugreifen, setze aber nach wie vor auf alles Klimaschädliche. So werde der Autoverkehr gehätschelt und Flugplätze ausgebaut. Angesichts dessen forderte sie die Grünen Wahlkämpfer auf, Mut zu mobilisieren für einen ökologischen Aufbruch.

Bause forderte außerdem bessere Bildung für alle: Die Angst vorm Schulversagen bei 39% der bayerischen Schülerinnen und Schüler mache das Elend der bayerischen Schulpolitik mehr als deutlich, so die Landtagsgrüne.

Palmer
Weil der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer nicht die landeseigene Hausmarke fährt, sondern einen sparsamen Toyota Prius als Dienstwagen angeschafft hat, gilt er als Landesverräter. „Mit 500 PS in 4,5 sec von 0 auf 100 brauch' ich nicht“, so Palmer: „Ich bin doch Oberbürgermeister und kein Bankräuber!“

Als klima- und haushaltspolitischen Skandal bezeichnete Palmer die Nachlässigkeit der Kommunen bei der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden. Man müsse nicht einmal an den Klimawandel glauben, sondern nur 2 + 2 zusammenzählen und einen Haushalt aufstellen können, monierte Palmer. Wenn man mehr an Energiekosten einspare, als Gelder für die Sanierung ausgegeben wurden, dann rechne sich jede Investition von selbst.
Mit rhetorischer Finesse, Witz und klaren Botschaften meisterte der Schwabe seine Aschermittwochspremiere in Bayern bravourös. Wohl die Überraschung des Tages!

Roth
Bundesvorsitzende Claudia Roth sprach zum Abschluss der Veranstaltung und rechnete schonungslos mit Koch, Söder und dem Populisten Lafontaine ab.
Sie warnte vor blinden Farbspielchen bei der Regierungsbildung in den Ländern und forderte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Linkspartei „ohne Häme und Arroganz“.
Ihr mache es Spass, in Bayern Wahlkampf zu machen, so Roth, „weil hier die Gegensätze so klar sind!“

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